POPULATIONSGENETISCHE UNTERSUCHUNG DER FORELLEN IM KANTON AARGAU

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Populationsgenetische Un tersuchung der Forellen im Kanton Aargau, Besatzmassnahmen, Studie Forelle, Aquabios, BVU Jagd und Fischerei

Das Aussetzen von Forellen ist für die Katz

So lautet die Schlagzeile eines in diesen Tagen erschienen Artikels in der Aargauer Zeitung (AZ).

Als Zusammenfassung gefällt dieser Artikel gut. Die lesenswerte Studie zur Thematik «Populationsgenetische Untersuchung der Forellen im Kanton Aargau» wurde verständlich auf den Punkt gebracht.

  • Seit Jahrzehnten werden in Aargauer Bächen und Flüssen Hunderttausende Forellen eingesetzt. Der grosse Aufwand ist nicht wirklich von Erfolg gekrönt, wie nun eine wissenschaftliche Untersuchung aufzeigt.
  • Mehr Fische aussetzen heisst nicht zwingend auch mehr Fische fangen.
  • Die Studie beweist, dass die Unterschiede zwischen den Tieren deutlich grösser als angenommen sind. Selbst bei kleinen Einzugsgebieten. Als Konsequenz gibt es nun neu 35 Bewirtschaftungseinheiten, um auch nur ansatzweise auf die genetischen Unterschiede der Forellen-Populationen eingehen zu können.
  • Konkret kommt da einiges auf die Pächter und Vereine zu. Sicherlich deutlich höhere Kosten für die Beschaffung der Tiere. Die Details sind bei der Fischereikommission in Ausarbeitung.
Hier zusätzliche Fragen und Aspekte, welche aus Fischerkreisen dem AFV zugetragen wurden
  • Funktioniert die Eigenverlaichung wie von Alain Morier postuliert wirklich so gut? An vielen Orten zeigen Abfischungen, dass eben die kleinen Fische fehlen oder nur mangelhaft vorhanden sind. Trotzdem soll an vielen Bächen auf Besatz (mit geeignetem Material) verzichtet werden.
  • Was wäre passiert, wenn Brütlinge anstelle von Sömmerlingen besetzt worden wären?
    Dieser Aspekt wurde nicht abschliessend untersucht. Generell zu sagen, Besatz ist für nichts, ist daher eher gefährlich. Denn an einigen Orten wurde mit Brütlingen oder sogar mit Eiern gearbeitet, und auch mit Fischen aus anderen Kantonen. Interessanterweise konnten diese «Gene» dort nachgewiesen werden. Wieso dies jedoch als Ausnahme kategorisiert wird, bleibt nebulös.
  • Wären die Auswirkungen durch die stark anwachsenden Gänsesäger Bestände noch gravierender, wenn nur mittels Brütlingen besetzt würde?
Schön wäre die Eigenverlaichung

Abschliessend lässt sich festhalten, dass wir Fischerinnen und Fischer selbstverständlich noch so gerne nur durch Eigenverlaichung sich selbst erhaltende Fischbestände hätten. Nur sieht die Realität leider weniger blumig aus. Es müsste da noch viel verbessert werden, um unseren mit Beton und Wasserkraftwerken verbauten Gewässern die dafür notwendigen Laichgebiete zurück zu geben. Das wird sicherlich der Treiber für den AFV die nächsten Jahre bleiben. Trotzdem wird dem ein oder anderen Fliessgewässer keine andere Möglichkeit bleiben, als Besatz mit einer kostbaren Population aus einer der 35 Bewirtschaftungseinheiten.

 

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