BESATZ SEEFORELLEN – EIN BLICK ÜBER DIE KANTONSGRENZE

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Der Fischereiverband des Kantons Zürich hatte am 26.04.2017 zum Vortragabend in Dübendorf geladen. Thema des Abends war der Monitoringbericht über den Seeforellenbesatz im Zürichsee.  Dr. Andreas Hertig von der Baudirektion Fischerei- und Jagdverwaltung Kanton Zürich führte kurzweilig durch die Präsentation.

Ob und wie gut die Stützmassnahmen im Zürichsee mit Sömmerlingen und Jährlingen funktionieren und weitere unterwartete Details sind dem Monitoringbericht zu entnehmen.

Deshalb hier nur die zusätzlichen Infos vom Vortragabend und der anschliessenden Fragerunde.

  • Die Berufsfischer fangen ihre Seeforellen vor allem im Sommer (> 70%!). Die Schleppangler vor allem im Winter. Konkret hat das sicherlich damit zu tun, in welcher Wassertiefe der Köder oder das Netz anzutreffen ist.
  • Die herausragende Forellensaison 2010/11 war durch einen kalten Sommer/Herbst geprägt, wo die mittlere monatliche Wassertemperatur im Schnitt 2° C kühler war. Das hatte möglicherweise zur Folge, dass die Forellen vermehrt im nahrungsreicheren Oberflächenwasser zu finden waren und somit auch von den Angelfischern besser befischt werden konnten.
  • Um zukünftig bessere Aussagen zu den Brüt- Sömmer- und Jährlingen sowie derer regionalen Verbreitung zu machen, wären genetische Analysen sinnvoll.
  • In der Fragerunde wurde auf das Seeforellen Fangmindestmass von 40 cm im Kanton Zürich eingegangen. Aus der Runde wurde vielfach die Befürchtung geäussert, dass diese Fische grösstenteils noch nie laichen konnten, wenn sie mit 40 cm entnommen würden. Andreas Hertig holte da kurz aus und informierte, dass sie jede aufgestiegene Forelle seit langem fotografieren. Dies um Mehrfachzählungen auszuschliessen, aber auch um Mehrfachlaicher zu bestimmen. Sein Resultat zeigt, dass ca. 10% der Forellen mehrfach dem Laichgeschäft nachgehen. Dies stimmt mit anderen Studien aus der Schweiz überein, welche Werte von 5-14% aufzeigen. Um zur Frage des Mindestmasses von 40 cm zu kommen, ist die Gewässergrösse entscheidend. Regel: Je kleiner der Bach, desto kleiner die Laichtiere. So gibt es Durchschnittswerte der Laichtiere von 47 – 51 cm für die Zürichsee Zuflüsse. Beim Linthkanal sind es ca. 65 cm. Aber es gibt auch Laichtiere, die weit unter den 40 cm sind! Die Sefo-Bestände am Bodensee mit dem aktuellen Fangmindestmass von 50 cm sind auf Erholungskurs, die des Genfersees mit dem Mass von 35 cm aber auch! Der Nutzen eines höheren Fangmindestmasses ist somit ziemlich umstritten. Viel entscheidender ist die natürliche Reproduktion zu ermöglichen.
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